· Von Grannysweed Redaktion
Luftentfeuchter Growbox: Welche Größe brauchst du wirklich?
Für eine Growbox brauchst du keinen möglichst großen Luftentfeuchter, sondern einen, der die tatsächliche Feuchtelast schafft. Für kleinere Setups reichen häufig Geräte der 10–12-Liter-Klasse, bei 100 × 100 cm sind 12–20 L/Tag ein sinnvoller Startbereich und bei großen beziehungsweise sehr feuchten Setups können 20–30 L/Tag oder mehr notwendig werden.
Welche Größe würde ich nehmen?
Wichtiger als die reine Zeltgröße ist, wie viel Wasser deine Pflanzen tatsächlich an die Luft abgeben. Außerdem erreichen Luftentfeuchter ihre beworbene Literleistung unter normalen Growbedingungen häufig nicht.
| Setup | Grobe Geräteklasse | Wann eher größer? |
|---|---|---|
| 60 × 60 bis 80 × 80 cm | ca. 10–12 L/Tag | feuchter Keller, dichte Blüte, hohe Raum-RH |
| 100 × 100 cm | ca. 12–20 L/Tag | viel Pflanzenmasse oder dauerhaft hohe RH |
| 120 × 120 bis 150 × 150 cm | ca. 20–30 L/Tag | große Pflanzen, hohe Gießmengen, späte Blüte |
| Growraum / mehrere Zelte | 30 L/Tag+ | hohe dauerhafte Feuchtelast |
Die Tabelle ist ein Startpunkt, keine exakte Formel. Pflanzenzahl, Gießmenge, Temperatur, Abluft und die Luftfeuchtigkeit des Raums können den tatsächlichen Bedarf deutlich verändern.
Wann braucht man einen Luftentfeuchter in der Growbox?
Nicht jeder Grow braucht einen.
Wenn deine Abluft die Luftfeuchtigkeit zuverlässig im gewünschten Bereich hält, bringt ein zusätzliches Gerät vor allem Stromverbrauch und Wärme.
Interessant wird ein Luftentfeuchter beim Grow, wenn:
- die Luftfeuchtigkeit trotz laufender Abluft dauerhaft zu hoch bleibt,
- die RH nach dem Gießen stark ansteigt und nur langsam fällt,
- in der Dunkelphase regelmäßig hohe Feuchtespitzen auftreten,
- der Raum, aus dem die Growbox ihre Zuluft zieht, selbst sehr feucht ist
- oder du in der späten Blüte Probleme bekommst, die RH stabil zu halten.
Welche Luftfeuchtigkeit in den einzelnen Pflanzenphasen sinnvoll ist, erklären wir ausführlicher in unserem Guide zur Cannabis-Luftfeuchtigkeit in Wachstum und Blüte.
Warum steigt die Luftfeuchtigkeit im Grow?
Pflanzen nehmen Wasser über die Wurzeln auf und geben einen großen Teil davon über die Blätter wieder als Wasserdampf an die Umgebung ab.
Je größer die Pflanzen werden, desto größer wird ihre Blattfläche – und damit kann auch die Feuchtelast im Raum deutlich steigen.
Dazu kommen feuchtes Substrat, Gießwasser, mehrere Pflanzen auf engem Raum und die häufig höhere relative Luftfeuchtigkeit nach Licht-Aus.
Deshalb kann ein Setup in der frühen Wachstumsphase problemlos bei 55 % RH liegen und wenige Wochen später in der Blüte plötzlich ständig Richtung 65–70 % laufen.
Welche Größe Luftentfeuchter für die Growbox?
Die Zeltfläche allein reicht zur Dimensionierung nicht aus.
Ein 120 × 120 cm Zelt mit zwei kleinen Pflanzen erzeugt eine völlig andere Feuchtelast als dasselbe Zelt voll mit großen Pflanzen in der späten Blüte.
Wichtiger sind:
- Pflanzenmasse,
- tägliche Gießmenge,
- Temperatur,
- aktuelle und gewünschte Luftfeuchtigkeit,
- Abluftleistung
- und Luftfeuchtigkeit des Raums außerhalb der Growbox.
Liter pro Tag ist die wichtigste Angabe
Die Leistung eines Luftentfeuchters wird normalerweise in Litern Wasser pro 24 Stunden angegeben.
Ein Gerät mit „20 L/Tag“ soll unter den vom Hersteller festgelegten Testbedingungen theoretisch bis zu 20 Liter Wasser pro Tag aus der Luft holen.
Deshalb würde ich einen Luftentfeuchter nicht auf Kante dimensionieren.
Für typische Homegrows: 12–20 Liter zuerst anschauen
Das ist für viele kleine bis mittlere Setups die sinnvollste Geräteklasse. Wichtiger als WLAN und App sind für mich ein einstellbarer Hygrostat, Schlauchanschluss und genügend Leistungsreserve.
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10–12 Liter pro Tag
Interessant für kleine Growboxen, wenige Pflanzen und moderate Feuchtigkeitsprobleme.
Für ein kleines 60 × 60 oder 80 × 80 cm Setup kann so ein Gerät völlig reichen – vorausgesetzt, der Raum drumherum ist nicht dauerhaft extrem feucht.
16–20 Liter pro Tag
Das ist für viele normale Homegrow-Räume der interessanteste Bereich.
Ein solches Gerät bietet mehr Reserve und muss bei moderater Feuchtelast nicht permanent am Limit laufen.
Besonders bei 100 × 100 oder 120 × 120 cm, mehreren größeren Pflanzen, feuchten Kellerräumen oder Problemen in der späteren Blüte würde ich eher hier anfangen als mit irgendeinem Mini-Gerät.
20–30 Liter und mehr
Bei großen Setups, mehreren Growboxen oder einem dauerhaft feuchten Growraum kann deutlich mehr Leistung nötig sein.
Hier würde ich nicht mehr stumpf nach einer Tabelle kaufen, sondern die tatsächliche Feuchtelast beobachten.
Mini-Luftentfeuchter für Growboxen: Bringen die etwas?
Diese kleinen Geräte mit Peltier-Technik sehen erstmal attraktiv aus: klein, günstig, leise und passend fürs Zelt.
Das Problem ist die Leistung.
Viele Mini-Geräte entfernen nur wenige hundert Milliliter Wasser pro Tag. Wenn deine Growbox regelmäßig bei 70 % RH hängt, wird ein Mini-Entfeuchter mit 300 ml Tagesleistung das Problem normalerweise nicht retten.
Meine Einordnung: Für kleine Korrekturen okay. Für ein echtes Feuchtigkeitsproblem in einer dicht bewachsenen Growbox meistens zu schwach.
Kompressor oder Peltier?
Für einen richtigen Grow-Luftentfeuchter würde ich in den meisten Fällen einen Kompressor-Entfeuchter wählen.
| Kompressor | Peltier | |
|---|---|---|
| Entfeuchtungsleistung | hoch | niedrig |
| Für Growraum | meist die bessere Wahl | eher für sehr kleine Feuchtelasten |
| Lautstärke | hörbar | meist leiser |
| Stromverbrauch | höher | geringer, dafür deutlich weniger Leistung |
Luftentfeuchter in die Growbox oder außerhalb?
In vielen Homegrow-Setups ist es sinnvoller, den Raum um die Growbox zu entfeuchten als das Gerät direkt ins Zelt zu stellen.
Eine Growbox mit Abluft zieht ständig Raumluft hinein und bläst Luft wieder hinaus.
Wenn der Raum permanent 70 % RH hat, versucht die Growbox also die ganze Zeit, mit genau dieser feuchten Luft zu arbeiten.
Senkt dein Luftentfeuchter die Raumluft beispielsweise auf 50–55 %, bekommt das Zelt bereits deutlich trockenere Zuluft.
Kein großes Gerät zwischen Pflanzen, Töpfen und Ventilatoren.
Die Wärme des Entfeuchters landet nicht unmittelbar zwischen den Pflanzen.
Die Growbox zieht bereits entfeuchtete Raumluft hinein.
Ein Gerät kann bei passendem Raum gleichzeitig mehreren Setups helfen.
Aber ein Luftentfeuchter macht den Raum wärmer
Das wird beim Kauf gerne vergessen.
Ein Kompressor-Luftentfeuchter entfernt Feuchtigkeit aus der Luft, gibt dabei aber auch Wärme an den Raum ab.
Das kann im Winter angenehm sein und im Hochsommer richtig nerven.
Wenn dein Growraum ohnehin bei 28–30 °C läuft, solltest du deshalb nicht einfach einen großen Entfeuchter reinstellen und davon ausgehen, dass damit alle Klimaprobleme gelöst sind.
Temperatur und Luftfeuchtigkeit müssen zusammen betrachtet werden. Unsere Temperatur-Richtwerte findest du im Guide zur optimalen Cannabis-Temperatur bei Tag und Nacht.
Welche Luftfeuchtigkeit sollte der Entfeuchter einstellen?
Das hängt von der Pflanzenphase ab.
| Phase | Grobe Orientierung |
|---|---|
| Junge Pflanzen | häufig höhere RH möglich |
| Wachstum | ca. 55–70 % |
| Frühe Blüte | ca. 50–60 % |
| Späte Blüte | ca. 45–55 % |
Du musst den Luftentfeuchter also nicht das ganze Jahr stumpf auf 45 % stellen.
Wenn dein Gerät einen Hygrostat besitzt, kannst du einen Zielwert einstellen und das Gerät arbeitet nur, wenn die Luftfeuchtigkeit entsprechend steigt.
Darauf würde ich beim Kauf achten
Fast Pflicht. Ziel-RH einstellen und das Gerät automatisch regeln lassen.
Ein Schlauchanschluss erspart dir das ständige Leeren des Wassertanks.
Nach Stromausfall sollte das Gerät selbstständig wieder seinen Betrieb aufnehmen können.
Lieber etwas Reserve als ein Gerät, das 24 Stunden am Tag am Limit läuft.
Relevant, wenn der Growraum in der Nähe von Wohn- oder Schlafräumen liegt.
Weniger wichtig mit Dauerablauf, ansonsten im Alltag schnell entscheidend.
Wie viel Strom verbraucht ein Luftentfeuchter?
Kompressor-Luftentfeuchter für normale Räume liegen je nach Größe häufig im Bereich einiger hundert Watt.
Entscheidend für die Stromkosten ist aber nicht nur die maximale Leistungsaufnahme, sondern wie lange der Kompressor tatsächlich läuft.
Ein ausreichend großes Gerät mit Hygrostat kann die Ziel-RH erreichen und anschließend pausieren. Ein zu kleines Gerät kann dagegen praktisch permanent laufen.
Deshalb ist „kleiner = automatisch günstiger“ nicht unbedingt richtig.
Luftentfeuchter oder stärkere Abluft?
Bevor du Geld ausgibst, solltest du klären, woher die hohe Luftfeuchtigkeit kommt.
Wenn die Luft außerhalb der Growbox nur 45 % RH hat, im Zelt aber 70 %, kann ein Problem mit Luftaustausch oder Umluft vorliegen.
Hat dagegen der komplette Kellerraum bereits 70 % RH, bringt dir eine stärkere Abluft allein nur begrenzt etwas – sie zieht schließlich wieder feuchte Luft nach.
Luftentfeuchter in der Blüte: Wann wird er besonders wichtig?
Mit zunehmender Blütenmasse wird die Klimakontrolle wichtiger.
Dichte Cannabisblüten können innen ein feuchteres Mikroklima entwickeln als die Umgebungsluft vermuten lässt. Gleichzeitig steigt bei ungünstigen Bedingungen das Risiko für Bud Rot beziehungsweise Botrytis.
Wenn du wissen willst, wie du problematische Stellen von normalen Trichomen unterscheidest, findest du das in unserem Guide Cannabis Schimmel erkennen: Bud Rot, Mehltau oder Trichome?.
Ein Luftentfeuchter ist dabei kein Ersatz für Umluft und Luftaustausch – er ist ein zusätzliches Werkzeug, wenn die Feuchtelast anders nicht ausreichend kontrolliert werden kann.
Für einen normalen Homegrow würde ich zuerst bei 12–20 L/Tag schauen.
Bei größeren Setups oder einem feuchten Keller eher 20–30 L/Tag. Hygrostat und Dauerablauf sind für mich deutlich wichtiger als WLAN, App oder irgendwelche Smart-Home-Spielereien.
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60 × 60 bis 80 × 80: häufig ca. 10–12 L/Tag als Startklasse.
100 × 100: häufig ca. 12–20 L/Tag.
120 × 120 bis 150 × 150: häufig ca. 20–30 L/Tag.
Sehr feuchte Räume: lieber eine Leistungsstufe höher planen.
Mini-Peltier-Geräte: für echte Feuchtigkeitsprobleme meist zu schwach.
Hygrostat: sollte vorhanden sein.
Dauerablauf: bei regelmäßigem Betrieb sehr empfehlenswert.
Standort: häufig ist die Entfeuchtung des Raums außerhalb der Growbox sinnvoller.
Der wichtigste Punkt: Kauf den Luftentfeuchter nicht nur nach den Quadratmetern auf der Verpackung. Die tatsächliche Feuchtelast deines Grows entscheidet, wie viel Leistung du brauchst.
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