· Von Granny's World UG
PPFD Messgerät Test 2026: Die besten PAR Meter im Vergleich
Wer beim Indoor Growing nur schätzt statt zu messen, verschenkt bares Geld. Zu viel Licht frisst unnötig Strom und stresst deine Pflanzen – zu wenig kostet Ertrag. Ein gutes PPFD Messgerät ist daher keine Ausgabe, sondern eine Investition, die sich schnell rechnet. In diesem Ratgeber zeige ich dir, welche PAR Meter für welchen Einsatzzweck taugen und wie du die richtige Wahl für dein Budget triffst – ohne Fehlkauf und Marketing-Blabla.

Warum ein PPFD Messgerät? Die Gretchenfrage der Beleuchtung
Stell dir vor, du backst einen Kuchen ohne Thermometer – nur nach Gefühl. Manchmal klappt's, oft wird's nix. Genauso ist es beim Grow-Licht: Ohne präzise Messung verschenkst du Potenzial und riskierst Probleme.
Was genau ist PPFD eigentlich?
PPFD (Photosynthetic Photon Flux Density) misst die Anzahl der Photonen im PAR-Bereich (400-700nm), die pro Sekunde auf einen Quadratmeter treffen. Einfach gesagt: Es zeigt, wie viel nutzbares Licht deine Pflanzen tatsächlich bekommen – gemessen in μmol/m²/s.
Anders als Watt oder Lumen, die für menschliche Augen optimiert sind, zeigt PPFD genau das, was deine Pflanzen wirklich "sehen" und für die Photosynthese nutzen können.
Warum nicht einfach nach Watt gehen?
Weil moderne LED-Lampen extrem unterschiedlich effizient sein können. Eine 100W-Billig-LED liefert oft weniger nutzbares Pflanzenlicht als eine hochwertige 60W-LED. Ohne PPFD-Messung bleibst du im Dunkeln – im wahrsten Sinne des Wortes.
Zudem verändert sich die Lichtintensität mit dem Abstand zur Pflanze drastisch. Nur mit einem PPFD Messgerät kannst du sicherstellen, dass deine Pflanzen in jeder Wachstumsphase optimal versorgt sind.
Stromkosten vs. Ertrag: Die Rechnung ist einfach
Ein gutes Beispiel: Bei einer 600W-Lampe, die täglich 12 Stunden läuft, kannst du durch optimierte Höheneinstellung und Lichtintensität leicht 20% Strom sparen. Das sind bei aktuellen Preisen etwa 120€ pro Jahr – mehr als die meisten Messgeräte kosten!
PPFD Messgeräte im Überblick: Was passt zu dir?
| Kategorie | Preis | Genauigkeit | Handhabung | Empfohlen für |
| Smartphone-Apps | 0-30€ | 60-80% | Einfach, benötigt Diffusor | Absolute Einsteiger, kleines Budget |
| Günstige Messgeräte | 20-80€ | 75-85% | Einfach, direkte Messung | Hobby-Grower, kleine Setups |
| Mittelklasse-Geräte | 80-200€ | 85-95% | Gut, oft mit Datenspeicher | Ambitionierte Grower, mehrere Pflanzen |
| Profi-Messgeräte | 200-500€+ | 95-99% | Professionell, viele Funktionen | Kommerzielle Anbauer, Perfektionisten |
Low Budget: Smartphone-Apps vs. günstige PPFD Meter
Smartphone-Apps: Was taugen sie wirklich?
Apps wie Photone oder PPFD Meter nutzen die Kamera deines Smartphones, um Lichtmessungen durchzuführen. Mit einem einfachen Papier-Diffusor (ein Stück 80g/m² Papier über der Kamera) können sie überraschend brauchbare Ergebnisse liefern.

Vorteile
- Sehr günstig (0-30€)
- Keine zusätzliche Hardware nötig
- Für erste Orientierung ausreichend
- Oft mit nützlichen Zusatzfunktionen
Nachteile
- Begrenzte Genauigkeit (±20-40%)
- Nicht alle Smartphones geeignet
- Umständliche Handhabung mit Diffusor
- Kalibrierung schwierig
Im Forum auf grower.ch berichten viele Nutzer, dass die Photone App mit dem richtigen Diffusor durchaus brauchbare Werte liefert – allerdings nicht mit jedem Smartphone. Der Original-Diffusor kostet etwa 35€, was den Preisvorteil teilweise zunichte macht.
Günstige Messgeräte: Die Überraschungssieger
Im Bereich unter 80€ gibt es einige Überraschungen. Besonders das Uni-T UT383 BT (mit Bluetooth) für etwa 25-30€ wird in der Community immer wieder empfohlen. Es misst zwar eigentlich Lux, kann aber mit der richtigen App oder Umrechnungstabelle zuverlässige PPFD-Werte liefern.

Ein weiterer Kandidat ist das VBR-100 PAR-Messgerät für etwa 80€, das direkte PPFD-Werte ohne Umrechnung liefert. Laut Nutzern auf grower.ch liefert es reproduzierbare Ergebnisse, die gut mit Herstellerangaben übereinstimmen.
Unsere Empfehlung (Preis-Leistungs-Sieger)
Das Uni-T UT383 BT bietet das beste Preis-Leistungs-Verhältnis für Einsteiger und Hobby-Grower. Mit der kostenlosen PPFD Meter App liefert es zuverlässige Messungen und kostet weniger als die meisten Diffusoren für Smartphone-Apps.
Anegbort AnsehenMid-Range: Solide PAR Messgeräte für ambitionierte Homegrower
Wenn du es ernst meinst mit deinem Grow und mehrere Pflanzen oder verschiedene Beleuchtungssysteme betreibst, lohnt sich der Sprung in die Mittelklasse. Diese Geräte bieten deutlich höhere Genauigkeit und nützliche Zusatzfunktionen.

Was zeichnet die Mittelklasse aus?
- Erweiterte Spektralmessung (oft 400-750nm statt nur 400-700nm)
- Gleichzeitige Anzeige von PPFD und DLI (Daily Light Integral)
- Datenspeicher für Messreihen
- Längere Kabel für stationäre Messungen
- Höhere Genauigkeit (±5-15%)
"Der erweiterte Messbereich bis 750nm ist ein echter Gamechanger. Moderne LED-Growlampen nutzen oft Fernrot-Anteile, die von Standard-PAR-Metern nicht erfasst werden."
Bloomstar ePAR Meter: Der Mittelklasse-Champion
Der Bloomstar ePAR Meter 400-750nm ist mit etwa 195-220€ nicht günstig, bietet aber ein hervorragendes Gesamtpaket. Er misst nicht nur den klassischen PAR-Bereich, sondern auch das für viele Pflanzen wichtige Fernrot bis 750nm.

Unsere Empfehlung (Mittelklasse)
Der Bloomstar ePAR Meter 400-750nm DLI ist unsere klare Empfehlung für ambitionierte Grower. Mit erweitertem Spektrum, DLI-Anzeige und 5m Kabel für stationäre Messungen bietet er alles, was du für präzise Lichtoptimierung brauchst.
Angebot ansehenHigh-End: Warum Profis auf Apogee setzen
Im professionellen Bereich führt an Apogee Instruments kaum ein Weg vorbei. Die Quantum Sensoren des US-Herstellers gelten als Goldstandard für PPFD-Messungen – haben aber auch ihren Preis.

Was macht Profi-Geräte so besonders?
- Laborgeprüfte Kalibrierung mit Zertifikat
- Höchste Genauigkeit (±3-5%)
- Robuste Bauweise für dauerhaften Einsatz
- Erweiterte Funktionen wie Datenlogging
- Professioneller Support und Rekalibrierungsservice
Brauche ich wirklich ein Profi-Gerät?
Ehrlich gesagt: Als Hobby-Grower wahrscheinlich nicht. Die Preisdifferenz von 300-400€ gegenüber Mittelklasse-Geräten rechtfertigt sich nur bei kommerziellem Anbau oder wenn absolute Präzision für dich entscheidend ist.
Apogee MQ-500: Der unangefochtene König
Der Apogee MQ-500 Quantum Sensor (ca. 450-500€) ist das Maß aller Dinge. Er bietet höchste Genauigkeit, ist für alle Lichtquellen kalibriert und liefert zuverlässige Messungen unter allen Bedingungen.

Unsere Empfehlung (Profi-Lösung)
Für kommerzielle Grower und absolute Perfektionisten ist der Apogee MQ-500 die beste Wahl. Er bietet höchste Präzision, professionelle Kalibrierung und unübertroffene Zuverlässigkeit – allerdings zu einem entsprechenden Preis.
Anegbot ansehenSo misst du richtig: Praktische Anleitung für genaue Ergebnisse
Die richtige Messmethode
- Höhe beachten: Immer auf Höhe der Pflanzenspitzen messen – dort zählt das Licht!
- Rastermessung durchführen: Teile deine Anbaufläche gedanklich in ein Raster (3×3 oder 4×4 Punkte) und miss an jedem Punkt.
- Durchschnitt bilden: Berechne den Durchschnitt aller Messpunkte für einen realistischen Gesamtwert.
- Randbereiche nicht vergessen: Auch am Rand messen, um Hotspots oder unterversorgte Bereiche zu identifizieren.
- Wiederholbar messen: Markiere deine Messpunkte, um bei späteren Messungen vergleichbare Werte zu erhalten.
Optimale PPFD-Werte nach Wachstumsphase
| Wachstumsphase | Optimale PPFD (μmol/m²/s) | DLI (mol/m²/d) |
| Sämlinge/Klone | 100-300 | 8-12 |
| Vegetative Phase | 300-600 | 16-26 |
| Frühe Blüte | 600-900 | 26-35 |
| Späte Blüte | 800-1050 | 30-40 |
Tipp: DLI berechnen
Der DLI (Daily Light Integral) gibt die Gesamtmenge an Licht pro Tag an. Berechnung: PPFD × Beleuchtungsdauer (Sekunden) ÷ 1.000.000 = DLI (mol/m²/d)
Häufige Fragen zu PPFD Messgeräten
Kann ich Lux in PPFD umrechnen?
Ja, aber nur näherungsweise. Die Umrechnung hängt vom Lichtspektrum ab. Faustformeln:
- Für weiße LED: 1 μmol/m²/s ≈ 70-74 Lux
- Für Blurple LED: 1 μmol/m²/s ≈ 50-60 Lux
- Für HPS: 1 μmol/m²/s ≈ 62-68 Lux
Präziser ist immer die direkte PPFD-Messung.
Wie oft sollte ich die PPFD messen?
Empfehlenswert ist eine Messung:
- Bei der Ersteinrichtung deines Setups
- Nach jedem Lampenwechsel oder -anpassung
- Wenn du die Höhe der Lampen veränderst
- Alle 3-6 Monate zur Kontrolle (LEDs verlieren mit der Zeit an Leistung)
- Bei Wechsel der Wachstumsphase (andere PPFD-Anforderungen)
Warum zeigen verschiedene Messgeräte unterschiedliche Werte?
Unterschiede entstehen durch:
- Verschiedene Sensorqualität und Kalibrierung
- Unterschiedliche Spektralbereiche (400-700nm vs. 400-750nm)
- Abweichende Messwinkel und Sensorabdeckung
- Verschiedene Algorithmen zur Berechnung
Wichtig ist weniger der absolute Wert, sondern die Konsistenz. Verwende immer das gleiche Messgerät für vergleichbare Ergebnisse.
Fazit: Das richtige PPFD Messgerät für deine Bedürfnisse
Für Einsteiger
Das Uni-T UT383 BT für etwa 25-30€ bietet das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Mit der richtigen App liefert es zuverlässige Werte für den Hobby-Bereich und ist kinderleicht zu bedienen.
Für Ambitionierte
Der Bloomstar ePAR Meter 400-750nm (ca. 195-220€) ist die ideale Wahl für ernsthafte Grower. Mit erweitertem Spektrum, DLI-Anzeige und Datenspeicher bietet er alles für optimale Ergebnisse.
Für Profis
Der Apogee MQ-500 (ca. 450-500€) ist der unangefochtene Goldstandard. Für kommerzielle Grower und absolute Perfektionisten bietet er höchste Präzision und professionelle Features.
Denk daran: Ein PPFD Messgerät ist keine Ausgabe, sondern eine Investition. Es hilft dir, Stromkosten zu sparen, Pflanzenprobleme zu vermeiden und deine Erträge zu maximieren. Selbst das günstigste Messgerät ist besser als gar keines – denn wer misst, weiß mehr als wer nur rät.