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Von Grannysweed Redaktion

Cannabis Temperatur: Optimale Werte bei Tag & Nacht

Für Cannabis sind tagsüber ungefähr 22–28 °C ein sinnvoller Bereich, nachts darf es etwas kühler sein. In der Blüte sind etwa 22–26 °C am Tag und 18–22 °C nachts ein guter Ausgangspunkt. Entscheidend ist aber nicht, ob dein Zelt exakt 24,0 °C hat, sondern dass extreme Hitze, starke Kälte und große Temperatursprünge vermieden werden.

Phase Tag Nacht
Keimling / junge Pflanze ca. 22–26 °C ca. 18–22 °C
Wachstumsphase ca. 24–28 °C ca. 20–24 °C
Blüte ca. 22–26 °C ca. 18–22 °C

Das sind praktische Startbereiche und keine universellen Sollwerte. Genetik, Lichtintensität, Luftfeuchtigkeit und CO₂ beeinflussen, welche Temperatur eine Pflanze gut verträgt.

Welche Temperatur braucht eine Cannabispflanze?

Cannabis wächst grundsätzlich über einen relativ breiten Temperaturbereich. Für einen Indoor-Grow musst du deshalb nicht versuchen, das Zelt permanent auf eine einzige perfekte Zahl zu regeln.

Als grobe Orientierung:

  • unter etwa 18–20 °C: für einen Indoor-Grow auf Dauer eher kühl, Wachstum und Stoffwechsel laufen langsamer,
  • 22–28 °C: für viele Situationen ein sinnvoller Bereich,
  • dauerhaft über 30 °C: zunehmend unnötiger Hitzestress, besonders in der Blüte.

Ein einzelner Nachmittag mit 29 °C ruiniert deshalb nicht deinen Grow. Problematischer sind dauerhaft ungünstige Bedingungen.

Cannabis Temperatur in der Wachstumsphase

In der vegetativen Phase funktionieren für viele Indoor-Setups etwa 24 bis 28 °C während der Lichtphase gut.

Junge Pflanzen wachsen bei diesen moderaten Temperaturen aktiv, solange Licht, Wasser und Luftfeuchtigkeit ebenfalls passen.

Die Temperatur sollte dabei immer zusammen mit der Beleuchtung betrachtet werden. Eine Pflanze unter sehr hoher Lichtintensität verhält sich anders als ein Keimling unter einer kleinen Anzuchtlampe.

Wenn du deine Beleuchtung genauer einschätzen möchtest, findest du dazu unseren Guide zu PPFD bei Cannabis.

Optimale Temperatur in der Cannabis-Blüte

In der Blüte würde ich etwas konservativer fahren: ungefähr 22 bis 26 °C am Tag sind ein guter Ausgangspunkt.

Dafür gibt es auch einen praktischen Grund. Neuere Versuche mit Cannabis zeigen, dass dauerhaft sehr hohe Temperaturen nicht automatisch mehr Wachstum bedeuten.

In einer Untersuchung wurden Pflanzen während der Blüte unter anderem bei 25/21 °C und 31/27 °C Tag/Nacht kultiviert. Die höhere Temperatur reduzierte je nach Genotyp die Blütenproduktion und senkte den gesamten Cannabinoid-Ertrag deutlich.

Die Lektion daraus ist nicht, dass 27 °C plötzlich schlecht wären. Sondern:

Mehr Wärme ist nicht automatisch mehr Wachstum.

Welche Temperatur braucht Cannabis nachts?

Nachts darf die Temperatur etwas fallen.

Bei einem Indoor-Grow sind ungefähr 18 bis 22 °C in der Dunkelphase für viele Setups ein unkomplizierter Bereich.

Ein moderater Unterschied zwischen Tag und Nacht ist völlig normal. Du musst also nicht versuchen, nachts exakt dieselbe Temperatur wie tagsüber zu halten.

In einem kontrollierten Cannabis-Versuch schnitt beispielsweise ein Tag-/Nacht-Regime von 27/21 °C bei mehreren untersuchten Ertrags- und Cannabinoidparametern gut ab.

Das bedeutet aber nicht, dass jede Cannabissorte exakt 6 °C Temperaturunterschied braucht.

Wie groß sollte der Unterschied zwischen Tag und Nacht sein?

Als einfache Praxisregel reichen meist ein paar Grad Unterschied.

Zum Beispiel:

  • 26 °C Tag / 21 °C Nacht
  • 25 °C Tag / 20 °C Nacht
  • 24 °C Tag / 20 °C Nacht

Du brauchst keinen künstlich extremen Temperaturabfall in der Dunkelphase.

Große Sprünge machen das Klima eher schwieriger kontrollierbar – besonders weil eine sinkende Temperatur gleichzeitig die relative Luftfeuchtigkeit steigen lässt.

Genau diesen Zusammenhang erklären wir ausführlicher in unserem Artikel zur Cannabis-Luftfeuchtigkeit.

Warum steigt die Luftfeuchtigkeit nachts?

Das ist eine der wichtigsten Verbindungen zwischen Temperatur und Luftfeuchtigkeit.

Wenn nach Licht-Aus die Temperatur sinkt, steigt bei gleicher Wassermenge in der Luft die relative Luftfeuchtigkeit.

Aus:

26 °C und entspannter RH

kann deshalb nach Licht-Aus ziemlich schnell:

20 °C und deutlich höhere RH

werden.

Gerade in der späten Blüte solltest du deshalb nicht nur auf die maximale Tagestemperatur schauen. Ein Min-/Max-Hygrometer oder Sensor mit Datenlogging zeigt dir, was nachts tatsächlich passiert.

Ab wann ist es zu heiß für Cannabis?

Es gibt keine Temperatur, bei der Cannabis bei 29,9 °C glücklich ist und bei 30,0 °C plötzlich kollabiert.

Dauerhaft über 30 °C würde ich bei einem normalen Indoor-Grow aber vermeiden, wenn es keinen guten Grund dafür gibt.

Bei hoher Temperatur steigt unter anderem der Wasserbedarf der Pflanze. Gleichzeitig verändert sich der VPD, wenn die Luftfeuchtigkeit nicht entsprechend mitgeht.

Bei noch stärkerer Hitze können typische Stresssymptome auftreten:

  • Blattränder rollen sich nach oben,
  • Blätter wirken schlapp oder stark beansprucht,
  • Wasserverbrauch steigt deutlich,
  • Wachstum beziehungsweise Blütenentwicklung leiden.

Solche Symptome sind allerdings nicht exklusiv für Hitze. Deshalb Temperatur, Licht, Bewässerung und Luftfeuchtigkeit gemeinsam prüfen.

Was tun, wenn die Growbox zu heiß wird?

Bevor du irgendwelche wilden Kühl-Hacks ausprobierst, prüfe zuerst die offensichtlichen Punkte:

  • Kann die warme Abluft tatsächlich aus dem Raum raus?
  • Kommt ausreichend kühlere Zuluft nach?
  • Läuft die Abluft passend zur Wärmelast?
  • Steht das Growzelt in einem ohnehin sehr warmen Raum?
  • Produziert die Beleuchtung mehr Wärme als nötig?
  • Läuft die Lichtphase ausgerechnet während der heißesten Stunden des Tages?

Gerade im Sommer kann es sinnvoll sein, die Lichtphase in die kühleren Abend- und Nachtstunden zu legen.

Wenn die Temperatur wegen sehr starker Beleuchtung steigt, solltest du nicht automatisch die Lampe maximal weit weg hängen. Zu wenig Licht kann andere Probleme verursachen. Mehr dazu findest du in unserem Artikel über Lichtstress bei Cannabis.

Kann Cannabis bei 30 °C wachsen?

Ja. 30 °C bedeutet nicht automatisch, dass eine Cannabispflanze abstirbt.

Entscheidend sind Dauer, Genetik und die übrigen Umweltbedingungen.

Kurzzeitige Temperaturen um 30 °C können Pflanzen problemlos überstehen. Dauerhaft 30+ °C in der Blüte würde ich aber nicht als Zieltemperatur wählen, wenn sich das Klima vernünftig kontrollieren lässt.

Kann Cannabis bei 35 °C wachsen?

Auch Temperaturen um 35 °C können von Cannabis kurzfristig toleriert werden. Für einen normalen Indoor-Grow ist das aber kein sinnvoller Dauerzustand.

Je wärmer die Luft wird, desto schwieriger werden Wasserhaushalt und Klimasteuerung. Gleichzeitig zeigen kontrollierte Cannabisversuche, dass bereits deutlich niedrigere dauerhaft erhöhte Temperaturen die Blüten- und Cannabinoidproduktion beeinträchtigen können.

35 °C über längere Zeit = Problem lösen, nicht als „Sommermodus“ akzeptieren.

Wie kalt darf Cannabis nachts werden?

Outdoor wird diese Frage interessanter, weil du die Temperatur nicht einfach am Controller einstellen kannst.

Kurze kühle Nächte bedeuten nicht automatisch das Ende einer Cannabispflanze.

Auch beim Thema Frost ist Cannabis weniger schwarz-weiß, als manche Grow-Guides behaupten. Untersuchungen an verschiedenen Nutzhanf-Genotypen zeigten, dass manche Pflanzen sogar kurze Temperaturen unter 0 °C überstehen konnten.

Das heißt aber ausdrücklich nicht, dass Frost gut für Cannabis ist.

Die Frosttoleranz hängt unter anderem von:

  • Genetik,
  • Alter der Pflanze,
  • Dauer der Kälte
  • und Intensität des Frosts

ab.

Dauerhaft sehr kalte Bedingungen bremsen Wachstum und Stoffwechsel deutlich.

Cannabis Outdoor: Temperatur nachts unter 10 °C

Eine einzelne Nacht unter 10 °C bedeutet normalerweise nicht automatisch, dass die Pflanze stirbt.

Bei länger anhaltender Kälte läuft das Wachstum allerdings langsamer und Stressreaktionen werden wahrscheinlicher.

Besonders bei Topfpflanzen schwankt die Temperatur im Wurzelbereich schneller als bei großen Pflanzen direkt im Boden.

Wenn sich der Herbst nähert, solltest du deshalb eher die Wetterentwicklung über mehrere Tage betrachten als wegen einer einzelnen 9-°C-Nacht nervös zu werden.

Was ist schlimmer: zu kalt oder zu warm?

Beides kann problematisch sein – nur auf unterschiedliche Weise.

Zu kalt Zu warm
Stoffwechsel und Wachstum werden langsamer Wasserbedarf und Verdunstungsdruck steigen
sehr niedrige Temperaturen können Gewebe schädigen anhaltende Hitze kann Wachstum und Blütenentwicklung beeinträchtigen
nachts häufig höhere relative Luftfeuchtigkeit VPD kann stark steigen

Temperatur und VPD gehören zusammen

Temperatur allein erzählt nur die halbe Geschichte.

VPD beschreibt vereinfacht, wie stark die Luft Wasser aus der Pflanze aufnehmen kann. Dafür werden Temperatur und Luftfeuchtigkeit gemeinsam betrachtet.

25 °C bei 40 % RH sind für die Pflanze deshalb ein anderes Klima als 25 °C bei 70 % RH.

Du musst daraus keine Wissenschaft machen. Aber wenn Temperatur oder Luftfeuchtigkeit deutlich außerhalb deines normalen Bereichs liegen, lohnt sich ein Blick auf beide Werte statt nur auf einen.

Wo Temperatur im Growzelt messen?

Der Sensor gehört dorthin, wo die Pflanze lebt – ungefähr auf Höhe des Blätterdachs.

Nicht direkt:

  • unter die Lampe,
  • vor den Abluftausgang,
  • in den direkten Luftstrom eines Ventilators
  • oder auf den Boden des Zeltes.

Bei großen Zelten können mehrere Messpunkte sinnvoll sein. Besonders zwischen oberem Blätterdach und unterem Bereich können deutliche Temperaturunterschiede entstehen.

Die häufigsten Fehler bei der Cannabis-Temperatur

1. Einer perfekten Zahl hinterherjagen

Deine Pflanze interessiert sich nicht dafür, ob das Display 24,0 oder 24,8 °C anzeigt.

2. Nur tagsüber messen

Nach Licht-Aus können Temperatur und relative Luftfeuchtigkeit deutlich kippen.

3. Temperatur ohne Luftfeuchtigkeit betrachten

Beide bestimmen gemeinsam das Pflanzenklima.

4. Jeden kurzen Peak als Katastrophe behandeln

29 oder 30 °C für kurze Zeit sind etwas anderes als wochenlang 32 °C während der gesamten Lichtphase.

5. Große Temperaturunterschiede absichtlich erzeugen

Ein moderater Tag-Nacht-Unterschied reicht. Extreme Schwankungen bringen keinen automatischen Qualitätsbonus.

Cannabis Temperatur: Kurz gesagt

  • Keimlinge: etwa 22–26 °C tagsüber.
  • Wachstum: etwa 24–28 °C tagsüber.
  • Blüte: etwa 22–26 °C tagsüber.
  • Nachts: häufig ungefähr 18–22 °C.
  • 30+ °C: kurzfristig kein Weltuntergang, dauerhaft eher vermeiden.
  • Outdoor unter 10 °C: einzelne Nächte sind nicht automatisch fatal.
  • Frost: abhängig von Genetik und Dauer; nicht als sicheren Bereich betrachten.

Stabile moderate Temperaturen schlagen die Jagd nach einer magischen Idealzahl. Wenn Tag, Nacht, Luftfeuchtigkeit und Licht halbwegs zusammenpassen, musst du wegen ein paar Grad Unterschied nicht ständig am Growzelt herumdoktern.

Quellen

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