· Di Grannysweed Redaktion
Hash Sorten: Die wichtigsten Haschisch-Arten im Überblick
Zu den bekanntesten Hash Sorten beziehungsweise Haschisch-Arten gehören Dry Sift, traditionell gepresstes Hasch, Charas, Bubble Hash und moderne Varianten wie Static Sift. Der wichtigste Unterschied liegt nicht einfach in der Farbe, sondern darin, wie die harzreichen Trichome vom Pflanzenmaterial getrennt und anschließend verarbeitet wurden.
Die wichtigsten Arten kurz erklärt
| Hash-Art | Grundprinzip | Typische Struktur | Wichtig zu wissen |
|---|---|---|---|
| Dry Sift | trockene mechanische Trennung der Trichome | locker, sandig oder gepresst | eine der klassischen Grundlagen von Haschisch |
| Bubble Hash | mechanische Trennung in kaltem Wasser | körnig bis kompakt | auch Ice Water Hash genannt |
| Charas | Harz wird traditionell von frischen Pflanzen gesammelt | weich, formbar, dunkel | besonders mit Indien und Nepal verbunden |
| Static Sift | Dry Sift wird zusätzlich nach Trichomen und Pflanzenmaterial getrennt | sehr fein bis kompakt | „Static“ beschreibt die Verfeinerung, nicht eine Cannabissorte |
| Traditionell gepresstes Hash | gesammelte Trichome werden verdichtet | von trocken-bröselig bis weich | Region und Verarbeitung beeinflussen das Ergebnis stark |
Was bedeutet „Hash Sorte“ eigentlich?
Bei Cannabisblüten meint „Sorte“ normalerweise eine bestimmte Genetik beziehungsweise einen Cultivar.
Bei Hash Sorten wird der Begriff im Alltag wesentlich lockerer benutzt.
Er kann sich beziehen auf:
- die Methode, mit der die Trichome getrennt wurden,
- die weitere Verarbeitung,
- eine traditionelle Herkunftsregion,
- die Konsistenz beziehungsweise Qualität
- oder die Cannabissorte, aus der das Harz ursprünglich stammt.
Ein „Bubble Hash“ und ein „Afghane“ beschreiben deshalb nicht dieselbe Art von Kategorie.
Bubble Hash bezeichnet primär eine Verarbeitungstechnik. Afghanisches Hash beschreibt eher einen regionalen beziehungsweise traditionellen Stil.
Genau deshalb sind Hash-Sortenlisten im Internet oft verwirrend: Herstellungsverfahren, Herkunftsbezeichnungen und Marketingbegriffe werden gerne nebeneinander aufgeführt, obwohl sie unterschiedliche Dinge beschreiben.
1. Dry Sift: klassisches trocken gesiebtes Hash
Dry Sift gehört zu den wichtigsten Formen von Cannabis-Harz.
Dabei werden die harzreichen Trichome mechanisch vom getrockneten Pflanzenmaterial getrennt. Das zunächst lockere Material wird häufig als Kief, Skuff oder Sift bezeichnet und kann anschließend verdichtet beziehungsweise gepresst vorliegen.
Je weniger Blatt- und Pflanzenmaterial enthalten ist, desto stärker besteht das Ergebnis aus den eigentlichen Harzdrüsen.
Dry Sift kann deshalb optisch sehr unterschiedlich aussehen:
- hell und sandig,
- goldbraun,
- dunkler und kompakt
- oder nach weiterer Verarbeitung weich und formbar.
Wir haben diesem Thema bereits einen eigenen Guide gewidmet. Wenn du den Unterschied zwischen Dry Sift, Kief und Hasch genauer verstehen willst, findest du ihn unter Was ist Dry Sift?.
2. Bubble Hash / Ice Water Hash
Bei Bubble Hash werden die Trichome ebenfalls mechanisch vom Pflanzenmaterial getrennt – allerdings spielt dabei kaltes Wasser eine zentrale Rolle.
Das Endprodukt wird deshalb auch bezeichnet als:
- Bubble Hash,
- Ice Water Hash,
- Ice Hash
- oder umgangssprachlich Ice-O-Lator beziehungsweise Iceolator.
Im Vergleich zu traditionellem Dry Sift lässt sich Pflanzenmaterial dabei auf eine andere Art von den Harzdrüsen trennen.
Die Qualität kann trotzdem stark variieren. Der Begriff „Bubble Hash“ allein sagt noch nicht, wie sauber oder potent ein konkretes Produkt ist.
3. Charas
Charas unterscheidet sich von Dry Sift und Bubble Hash bereits beim Ausgangsmaterial.
Traditionell wird das Harz von frischen beziehungsweise lebenden Cannabispflanzen gesammelt, statt zunächst getrocknete Blüten zu sieben.
Charas ist besonders mit traditionellen Cannabisregionen des Himalayas, vor allem Indien und Nepal, verbunden.
Typisch ist häufig eine:
- dunklere Farbe,
- weiche bis knetbare Struktur
- und kompakte, klebrige Konsistenz.
Auch hier gilt aber: Farbe allein sagt wenig über Qualität aus.
4. Static Hash / Static Sift
Static Sift ist im Grunde keine komplett neue Hash-Familie, sondern eine Verfeinerung von trocken getrenntem Harz.
Dabei versucht man, die gewünschten Trichomköpfe noch stärker von verbliebenen Pflanzenpartikeln zu trennen.
Das Ziel ist ein sehr hoher Anteil an Harzdrüsen bei möglichst wenig unerwünschtem Pflanzenmaterial.
Bezeichnungen wie:
- Static Sift,
- Static Hash
- oder Static Dry Sift
beschreiben deshalb eher den Reinigungs- beziehungsweise Separationsgrad als eine eigene Cannabissorte.
5. Marokkanisches Hash
Marokko gehört historisch zu den wichtigsten Herkunftsländern von Cannabis-Harz für den europäischen Markt.
Traditionelles marokkanisches Haschisch wird vor allem mit trocken gesiebtem und anschließend gepresstem Harz verbunden.
Optisch kann es von hellbraun und relativ trocken bis dunkler und weicher reichen.
Aber:
Ein Produkt kann deshalb „Moroccan Style“ genannt werden, ohne dass daraus automatisch eine bestimmte Qualität, Potenz oder konkrete Herstellung folgt.
6. Afghanisches Hash
Auch afghanisches Haschisch gehört zu den klassischen regionalen Bezeichnungen.
Traditionell wird Afghanistan ebenfalls stark mit gesiebtem und anschließend weiterverarbeitetem Cannabis-Harz verbunden.
Was viele als „Schwarzer Afghane“ kennen, ist häufig:
- dunkelbraun bis nahezu schwarz auf der Außenseite,
- kompakt,
- teilweise weich beziehungsweise formbar.
Das macht allerdings nicht jedes dunkle Hasch automatisch zu echtem afghanischem Haschisch.
7. Libanesisches Hash
Libanon ist ein weiteres historisch bekanntes Produktionsgebiet für Cannabis-Harz.
Im Alltag tauchen dabei oft die Begriffe:
- Red Lebanese,
- Red Leb
- und Blonde Lebanese
auf.
Die Farbbezeichnungen beziehen sich auf das Erscheinungsbild verschiedener traditioneller Produkte und Verarbeitungsstile.
Auch das sind jedoch keine zuverlässig standardisierten Produktklassen. Du kannst aus „Red Lebanese“ nicht automatisch einen bestimmten THC-Gehalt oder eine garantierte Genetik ableiten.
8. Nepalese Hash und Temple Balls
Nepalesisches Haschisch wird traditionell besonders mit handverarbeitetem Cannabis-Harz und Charas verbunden.
Bekannt sind dabei sogenannte Temple Balls: zu kompakten Kugeln beziehungsweise rundlichen Formen verarbeitetes Harz.
„Temple Ball“ beschreibt damit vor allem einen traditionellen Produktstil und die Form – nicht automatisch eine bestimmte Cannabissorte.
Was ist Full Melt Hash?
Full Melt ist keine eigenständige Hash Sorte.
Der Begriff wird als Qualitätsbezeichnung für sehr sauberes Cannabis-Harz verwendet, das beim Erhitzen besonders stark schmilzt und vergleichsweise wenig Pflanzenrückstände hinterlässt.
Full-Melt-Qualität kann beispielsweise bei sehr sauberem:
- Bubble Hash
- oder hochwertigem Sift
auftreten.
Die Bezeichnung ist allerdings nicht staatlich standardisiert. Ein Hersteller kann „Full Melt“ auf ein Produkt schreiben, ohne dass damit automatisch eine unabhängige Qualitätsprüfung verbunden ist.
Was bedeutet „1x“, „2x“ oder „3x Filtered Hash“?
Auch diese Begriffe sieht man inzwischen häufig.
Sie sollen normalerweise ausdrücken, dass das Ausgangsmaterial mehrfach beziehungsweise besonders fein separiert oder gefiltert wurde.
Das Problem:
Es gibt keinen allgemein verbindlichen Standard, der festlegt, was „3x Filtered“ exakt erfüllen muss.
Ein 3x-Filtered-Produkt von Anbieter A muss deshalb nicht automatisch mit dem von Anbieter B vergleichbar sein.
Solche Begriffe würde ich eher als Hinweis auf eine angestrebte Reinheitsstufe verstehen – nicht als Laborzertifikat.
Ist Pollen Hash eine eigene Sorte?
„Pollen“ ist im Cannabisbereich etwas irreführend.
Gemeint sind normalerweise abgetrennte Trichome beziehungsweise Kief und nicht der botanische Blütenpollen männlicher Cannabispflanzen.
„Pollen Hash“ bezeichnet deshalb häufig trocken gesammeltes beziehungsweise gepresstes Harz.
Die Begriffe überschneiden sich stark mit Dry Sift und Kief.
Ist Kief dasselbe wie Hash?
Nicht ganz.
Kief bezeichnet normalerweise die losen gesammelten Trichome.
Hash beziehungsweise Haschisch bezeichnet das abgesonderte Cannabis-Harz, das häufig zusätzlich verdichtet beziehungsweise verarbeitet vorliegt.
Die Grenze ist im Alltag allerdings nicht immer messerscharf – besonders weil Begriffe wie Sift, Pollen, Kief und Hash je nach Markt unterschiedlich verwendet werden.
Ist Rosin eine Hash Sorte?
Im engeren Sinne würde ich Rosin nicht einfach in dieselbe Kategorie wie klassisches Haschisch stecken.
Rosin ist ein konzentriertes Cannabisprodukt, das durch Wärme und Druck entsteht. Als Ausgangsmaterial können unter anderem Blüten oder bereits getrenntes Harz dienen.
Damit unterscheidet es sich deutlich von klassischem Dry Sift, Bubble Hash oder Charas.
Und was ist mit Wax, Shatter und BHO?
Auch Begriffe wie:
- Wax,
- Shatter,
- Budder,
- Crumble
- oder BHO
werden manchmal einfach in Listen von „Hash Sorten“ geworfen.
Fachlich ist das unsauber.
Es handelt sich um Cannabis-Konzentrate beziehungsweise Extrakte, deren Herstellung und Eigenschaften sich deutlich von klassischem mechanisch getrenntem Cannabis-Harz unterscheiden.
Die europäische Drogenagentur EUDA trennt solche modernen Extraktprodukte ebenfalls von traditioneller Cannabis-Resin-Produktion.
Welche Hash Sorte ist die beste?
Eine objektiv beste Hash Sorte gibt es nicht.
Schon deshalb nicht, weil Begriffe wie Dry Sift oder Bubble Hash lediglich etwas über die grundsätzliche Verarbeitung aussagen.
Zwei Produkte derselben Kategorie können sich massiv unterscheiden.
Qualität hängt unter anderem ab von:
- dem Ausgangsmaterial,
- dem Anteil sauberer Trichome,
- der Menge an Pflanzenmaterial und Verunreinigungen,
- Lagerung und Alter
- und der tatsächlichen chemischen Zusammensetzung.
„Bubble Hash“ ist also nicht automatisch besser als „Dry Sift“ und helles Hash nicht automatisch hochwertiger als dunkles.
Kann man die Qualität an der Farbe erkennen?
Nicht zuverlässig.
Haschisch kann je nach Pflanzenmaterial, Alter, Verarbeitung und Oxidation sehr unterschiedliche Farben besitzen.
Hell bedeutet nicht automatisch rein und dunkel nicht automatisch schlecht.
Auch eine besonders weiche oder besonders harte Konsistenz ist für sich allein kein Qualitätsbeweis.
Faustregel: Farbe, Geruch und Textur können Hinweise geben. Sie ersetzen aber keine Information über Ausgangsmaterial, Verarbeitung oder analytische Untersuchung.
Hash Sorten in Deutschland: Was sagt das Gesetz?
Das Konsumcannabisgesetz definiert Haschisch als das abgesonderte Harz der Cannabispflanze.
Damit unterscheidet das Gesetz ausdrücklich zwischen Marihuana – getrockneten Blüten und blütennahen Blättern – und Haschisch.
Wichtig ist außerdem die Unterscheidung zwischen Cannabis-Harz und cannabinoidhaltigen Extrakten: Die Extraktion von Cannabinoiden aus der Cannabispflanze ist nach § 2 KCanG grundsätzlich verboten, abgesehen von gesetzlich definierten Ausnahmen.
Deshalb ist dieser Artikel bewusst eine Übersicht über Hash-Arten und keine Anleitung zur Herstellung von Cannabis-Konzentraten.
Hash Sorten Liste: Kurzüberblick
Dry Sift: trocken mechanisch getrennte Trichome.
Bubble Hash: mechanisch mit kaltem Wasser getrenntes Harz.
Charas: traditionell aus frischen beziehungsweise lebenden Pflanzen gesammeltes Harz.
Static Sift: besonders stark verfeinertes trockenes Sift.
Marokkanisch: traditioneller regionaler Stil, häufig auf Dry Sift basierend.
Afghanisch: traditionelle regionale Harzprodukte, häufig dunkel und gepresst.
Libanesisch: traditionelle Herkunftsbezeichnung; Red und Blonde Lebanese sind bekannte Begriffe.
Nepalesisch / Temple Ball: stark mit Charas und handverarbeitetem Harz verbunden.
Full Melt: Qualitätsbezeichnung, keine eigene Hash-Sorte.
3x Filtered: nicht standardisierte Bezeichnung für weiter verfeinertes Material.
Rosin, Wax & Shatter: eher Cannabis-Konzentrate beziehungsweise Extraktprodukte als klassische Hash-Sorten.
Wenn du Hash Sorten sinnvoll vergleichen willst, schau also zuerst auf die Herstellungskategorie und erst danach auf Namen wie „Afghane“ oder „Moroccan“. Genau diese Trennung macht aus einer endlosen Liste von Szenebegriffen ein verständliches System.
Quellen
- European Union Drugs Agency (EUDA): EU Drug Market – Cannabis Production.
- European Union Drugs Agency (EUDA): Cannabis Drug Profile.
- Konsumcannabisgesetz (KCanG), §§ 1 und 2.
- Bundesministerium für Gesundheit: Fragen und Antworten zum Cannabisgesetz.